Netzhaut

Unsere langjährige Erfahrung im Bereich der Glaskörper/Netzhaut-Chirurgie sowie der intravitrealen operativen Medikamentengabe (IVOM) erlaubt es uns, Sie kompetent bezüglich Netzhauterkrankungen zu beraten und zu behandeln.

 

Krankheiten der Netzhaut

Ohne eine gesunde Netzhaut ist unsere Wahrnehmung der Umwelt stark beeinträchtigt, denn auf der lichtempfindlichen Schicht des Auges entstehen die Bilder, die über den Sehnerv an das Gehirn weitergeleitet werden. Eine Schädigung oder Erkrankung der sensiblen Netzhaut hat also für unser Sehen schwerwiegende Folgen. Umso wichtiger ist es, Alarmsignale für eine Netzhauterkrankung fachärztlich abklären zu lassen und umgehend mit der Therapie zu beginnen.

 

Symptome bei Krankheiten der Netzhaut im Überblick

  • Verschlechterte Sicht im zentralen oder peripheren Gesichtsfeld
  • Auftreten von Lichtblitzen oder Schatten
  • Verzerrte Sicht mit Wellenlinien
  • Sehen von schwarzen Punkten oder Schlieren
  • Eingeschränktes Gesichtsfeld

Einige der häufigsten Netzhauterkrankungen haben wir im Folgenden für Sie zusammengestellt:

Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)

Mehrere Millionen Menschen allein in Deutschland leiden an dieser Erkrankung der Netzhaut, von der insbesondere die Makula als Ort des schärfsten Sehens („gelber Fleck“) betroffen ist. Wie der Name schon sagt, tritt die AMD meist jenseits des 60. Lebensjahres auf und kann zu schweren Sehbehinderungen bis hin zur Erblindung führen. Ursache sind u. a. Störungen im Stoffwechsel, dessen Abfallprodukte nicht mehr richtig entsorgt werden und sich unter der Netzhaut ablagern. Man unterscheidet zwei Verlaufsformen der Makuladegeneration: die trockene und die feuchte.

Bei über 80 % der Betroffenen zeigt sich die trockene Variante, die durch einen langsamen Verlauf charakterisiert ist. Dabei bilden sich sogenannte Drusen, gelbliche Ablagerungen, unter der Netzhaut, die das Sehen anfangs kaum beeinträchtigen. Erst im Spätstadium verschlechtert sich die Sicht durch die Zerstörung von Sinneszellen gravierend.

Bei der wesentlich selteneren feuchten Makuladegeneration entstehen in und unter der Netzhaut unkontrolliert neue Blutgefäße, aus denen Flüssigkeit austritt. So schwillt die Netzhaut an und es kommt zur Bildung von Narben, die das Sehvermögen ganz massiv beeinträchtigen. Die feuchte Form der AMD verläuft wesentlich schneller und aggressiver als die trockene, eine frühzeitige Diagnose mit nachfolgender Therapie ist daher entscheidend. Im Gegensatz zur trockenen AMD ist die feuchte Form medikamentös behandelbar.

Diabetische Retinopathie

Von dieser Erkrankung können Menschen, die an Diabetes mellitus leiden, betroffen sein. Aufgrund eines erhöhten Blutzuckerspiegels werden die Gefäßwände geschädigt, wodurch es zu Verschlüssen und Neubildungen von kleinen Gefäßen kommt. Eine Folge davon sind Durchblutungsstörungen der Netzhaut, die mit Sehbeeinträchtigungen einhergehen. Unterschieden wird zwischen einer nicht-proliferativen und einer proliferativen Form, bei der sich neue krankhafte Blutgefäße bilden. In manchen Fällen können auch Glaskörperblutungen auftreten. Da die diabetische Retinopathie bis zur Erblindung führen kann, ist es sehr wichtig, dass Diabetes-Patienten regelmäßig augenärztliche Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen.

Venenverschluss der Netzhaut

Kommt es zu einem mehr oder weniger plötzlichen und schweren Verlust der Sehkraft, kann ein Verschluss der zentralen Netzhautvene oder ein Venenastverschluss die Ursache dafür sein. Der Grund für die Unterbrechung des Blutstroms ist zumeist ein Blutgerinnsel oder eine Verkalkung bzw. Verdickung. In jedem Fall sollten Betroffene sofort einen Augenarzt aufsuchen, um weitere Folgeschäden wie die Gefäßneubildung im Auge und Langzeitfolgen wie die Entstehung eines Sekundärglaukoms abzuwenden.

Netzhautmembran – Macular Pucker (epiretinale Gliose)

Entwickelt sich aufgrund einer Veränderung des hinteren Glaskörpers ein Häutchen auf der Makula, spricht man von Macular Pucker. „Pucker“ kommt aus dem Englischen und bedeutet „knittern“, und genau dies verursacht die kleine Membran am Ort des schärfsten Sehens: Sie legt die Netzhaut in kleine Fältchen. Betroffene sehen dann verzerrte wellenartige Bilder. Meist tritt die epiretinale Gliose nach dem 60. Lebensjahr auf und schreitet langsam voran. Bei bestimmten Vorerkrankungen wie zum Beispiel der diabetischen Retinopathie tritt sie gehäuft auf.

Netzhautablösung

Bei dieser Erkrankung löst sich die lichtempfindliche Schicht der Netzhaut von der Aderhaut ab. In der Folge werden die Sinneszellen im abgelösten Teil der Netzhaut nicht mehr mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und sterben ab. Meist wird die Netzhautablösung durch einen Riss oder ein Loch in der Netzhaut verursacht, das häufig aufgrund des natürlichen Alterungsprozesses entsteht, aber auch krankheitsbedingte Ursachen haben kann. Bei Verdacht auf eine Netzhautablösung sollte umgehend gehandelt werden, da sonst das Risiko der Erblindung besteht. Für einen möglichst optimalen Erhalt der Sehleistung muss ein zeitnahes operatives Vorgehen gewählt werden.

Vorsorge und Diagnostik

Netzhauterkrankungen verlaufen zumeist schmerzfrei und werden daher oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium wahrgenommen. Um im Frühstadium gezielt intervenieren zu können, kommt der Vorsorge hier eine besondere Bedeutung zu – damit irreparable Schäden an Ihrer Netzhaut vermieden werden können.

Sehtest und Spaltlampenuntersuchung

Bereits ein Sehtest, den wir mit dem sogenannten Amsler-Gitter-Test kombinieren, kann Aussagekraft haben. Dabei wird untersucht, ob Linien gerade, verzerrt oder verschattet wahrgenommen werden. Obligatorisch ist bei einem Verdacht auf eine Netzhauterkrankung auch die Spaltlampenuntersuchung unter Pupillenerweiterung.

Funduskopie mit Fundusfotos

Eine Funduskopie (Ophthalmoskopie) dient dazu, Veränderungen an der Netzhaut zu prüfen und zu dokumentieren. Bei dieser Untersuchung nehmen wir mit einer hochspezialisierten Netzhautkamera sogenannte Fundusfotos des Augenhintergrunds auf, die digital archiviert werden. Das Bildmaterial ermöglicht es uns, einen Krankheitsverlauf über einen längeren Zeitraum genau zu beurteilen und die Therapie entsprechend anzupassen.

Fluoreszenz-Angiographie

Mithilfe der Fluoreszenz-Angiographie können die zarten Blutgefäße der Netzhaut sehr gut dargestellt werden. Für dieses bildgebende Verfahren ist die Injektion eines unschädlichen Farbstoffes nötig. Wenn dieser über den Blutkreislauf in die Augen transportiert wird, lassen sich anhand seiner Verteilung mit einer Spezialkamera Veränderungen der Blutgefäße, minder durchblutete Areale oder auch Blutungen feststellen.

Optische Kohärenztomographie (OCT)

Mithilfe einer optischen Kohärenztomographie (OCT) vermessen wir Ihre zentrale Netzhaut (Makula) bis in die Tiefe. Dadurch lassen sich Schäden, die auf eine Erkrankung hindeuten, bereits in einem frühen Stadium erkennen. Diese Untersuchung dient unter anderem auch zur Therapieüberwachung nach erfolgten intravitrealen operativen Medikamentengaben (IVOM).

Behandlung

So unterschiedlich die Krankheitsbilder der Netzhaut sein können, so differenziert sind auch die Therapiemöglichkeiten. Neben der konservativen medikamentösen Therapie bestimmter Erkrankungen gibt es operative Verfahren. Besonders spezialisiert sind wir auf die Therapie von altersbedingter Makuladegeneration, diabetischer Retinopathie, Venenverschlüssen, vitreomakulären Traktionen und Makulaforamen mittels intravitrealer operativer Medikamentengaben (IVOM).

Intravitreale operative Medikamenteneingabe (IVOM)

Bei diesem modernen Therapieansatz werden die Medikamente direkt in den Glaskörper des Auges injiziert, erfolgversprechend ist dieses Verfahren u. a. bei feuchter AMD, diabetischer Retinopathie und Venenverschlüssen. Mithilfe sogenannter Anti-VEGF-Präparate (Anti-Vascular Endothelial Growth Factors) wird das unerwünschte Wachstum neuer Gefäße im Auge blockiert und damit auch die Gefahr reduziert, dass es zu Blutungen und weiterer Ansammlung von Flüssigkeit kommt. Der Glaskörper wirkt bei der IVOM wie ein Depot, das die Wirkstoffe über mehrere Wochen an die Netzhaut und die Aderhaut abgibt. Der schmerzfreie Eingriff muss in der Regel mehrfach wiederholt werden und wird unter Lokalanästhesie und sterilen Bedingungen durchgeführt. Eine aktuelle Studie belegt, dass die feuchte AMD durch die IVOM in 90 % der Fälle stabilisiert werden kann.

Darüber hinaus gibt es weitere Medikamentengruppen, die alternativ und individuell abgestimmt zum Einsatz kommen können.